Immobilien als Kapitalanlage – in der Niedrigzinsphase sehr gefragt

In der mittlerweile seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase gibt es zwei große Gruppen von Anlegern. Die eine Gruppe gibt sich nach wie vor sehr geringen Erträgen, beispielsweise auf einem Tages- oder Festgeldkonto zufrieden, weil die hohe Sicherheit oberste Priorität hat. Die andere Gruppe von Anlegern sucht hingegen nach renditestärkeren Alternativen, weil sie die geringen Zinsen auf klassischen Bankkonten und bei anderen klassischen Anlageformen, wie zum Beispiel Geldmarktpapieren oder Staatsanleihen, nicht mehr akzeptiert. Für eben diese Gruppe von Anlegern ist ein Immobilien-Investment häufig sehr interessant, zumal es insbesondere in der Niedrigzinsphase mit diversen Vorteilen ausgestattet ist.

Immobilien zählen zu den Sachwerten

Eine Anlageform, die spätestens seit der Niedrigzinsphase häufig angeboten wird und tatsächlich auch für viele Anleger interessant ist, sind die sogenannten Sachwertanlagen. Dahinter verbergen sich Investments in materielle Güter, die auch als Sachwerte bezeichnet werden. In der Übersicht sind es insbesondere die folgenden Sachwerte, in die Anleger im Zuge einer solchen Sachwertanlage investieren können:

  • Immobilien
  • Edelmetalle
  • Hochwertige Güter, beispielsweise seltene Weine, Oldtimer oder Schmuck

Die zwei Sachwerte, die am häufigsten im Rahmen einer Sachwertanlage genutzt werden, sind zum einen Immobilien und zum anderen Edelmetalle wie Gold oder Silber. Trotz der Vorteile, die insbesondere ein Immobilien-Investment bieten kann, nutzen relativ wenig Anleger – gemessen an der Gesamtzahl – diese Form der Kapitalanlage. Ein Grund ist häufiger, dass es aufgrund fehlender Informationen falsche Einschätzungen gibt, wie ein solches Investment aussehen kann.

Immobilien als Geldanlage: direktes und indirektes Investment möglich

Ein Missverständnis steht bei vielen Anlegern, die vielleicht grundsätzlich sogar daran interessiert sind, in Immobilien zu investieren darin, dass man für ein solches Investment immer einer hohe Kapitalsumme im mindestens sechsstelligen Bereich benötigen würde. Dabei gehen die Anleger davon aus, dass nur direkte Investments in Immobilien möglich sind, also der Erwerb eines Objektes. Zwar existieren solche direkten Investments natürlich in größerem Umfang, zumal insbesondere vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger sogar bewusst nach einzelnen Immobilien zum Investieren suchen. In diesem Fall sind es insbesondere die folgenden Immobilienarten, die seit einigen Jahren besonders gefragt und mit einer Aussicht auf eine gute Rendite ausgestattet sind:

  • Denkmalgeschützte Immobilien
  • Pflegeimmobilien
  • Studentenwohnungen
  • Ressorts

Bei einem direkten Investment in solche Immobilen ist es sicherlich richtig, dass dazu meistens sechsstellige Anlagesummen benötigt werden. Es gibt jedoch eine gute Alternative für Anleger, die nicht ganz so viel Kapital zur Verfügung haben, nämlich das indirekte Investment in Immobilien.

Indirektes Investment über offene und geschlossene Immobilienfonds

Falls Sie beispielsweise einen Betrag in Höhe von 20.000 Euro in Immobilien investieren möchten und bereit dazu sind, dass das Geld nicht direkt in ein bestimmtes Objekt fließt, kommen indirekten Investments infrage. Diese werden insbesondere durch offene und geschlossene Immobilienfonds vorgenommen. Wichtig ist es allerdings, die teilweise großen Unterschiede zwischen diesen zwei Varianten zu kennen, denn offene Immobilienfonds sind in weiten Teilen anders strukturiert als geschlossene Beteiligungen in Immobilien. Bei einem geschlossenen Immobilienfonds beteiligen Sie sich im Grunde an der Gesellschaft, deren Geschäftstätigkeit vor allem darin besteht, Immobilien möglichst gewinnbringend zu erwerben, zu betreiben, zu vermieten und auch wieder zu verkaufen.

Meistens investieren geschlossene Immobilienfonds allerdings nur in wenige, ausgewählte Immobilien, manchmal sogar nur in ein einzelnes Projekt, beispielsweise in ein größeres Einkaufszentrum. Daraus resultiert unter anderem, dass solche geschlossene Immobilienfonds mit einem deutlich höheren Risiko als offene Immobilienfonds ausgestattet sind. Zudem sind Investitionen seitens der Anleger meistens nur ab einer Mindestsumme möglich, die sich zwischen 10.000 und 20.000 Euro bewegt. Ferner müssen Sie wissen, dass Sie Ihr Kapital bei geschlossenen Immobilienfonds für gewöhnlich mindestens vier bis sechs Jahre binden.

In der Übersicht sind es demzufolge die folgenden Eigenschaften, die Sie im Zusammenhang mit geschlossenen Immobilienfonds kennen sollten:

  • Höheres Risiko, da kaum oder keine Risikostreuung
  • Oft gute Renditen
  • Längere Kapitalbindung (oft 4-6 Jahre)
  • Mindesteinlage häufig 10.000 bis 20.000 Euro

Ein indirektes Investment in geschlossenen Immobilienfonds ist demzufolge insbesondere für Anleger mit etwas mehr Kapital geeignet, die bewusst auf Kosten eines höheren Risikos die Chance auf eine gute Rendite wahrnehmen möchten.

Für alle anderen Anleger, insbesondere Kleinanleger und Sparer, sind meistens offene Immobilienfonds die bessere Wahl. Zwar gibt es mittlerweile auch dort eine gewisse Kapitalbindung, denn die erworbenen Fondsanteile dürfen frühestens nach zwei Jahren wieder veräußert werden. Allerdings ist ein Investment schon mit deutlich geringeren Anlagesummen möglich und es können sogar offene Immobilienfonds im Zuge von Fondssparplänen genutzt werden. Darüber hinaus besteht ein Vorteil gegenüber den geschlossenen Immobilienfonds darin, dass eine breite Risikostreuung erfolgt. Offene Immobilienfonds investieren nämlich selten nur in wenigen Immobilien, sondern direkt in zehn oder mehr Objekte. Dadurch wird das Anlagerisiko gestreut, auch wenn es natürlich weiterhin nicht auszuschließen ist, dass Sie bei einem Investment in offene Immobilienfonds Verluste erleiden können.

Welche Vorteile hat ein Immobilien-Investment?

Am besten lassen sich die Vorteile eines Immobilien-Investments nutzen, wenn Sie sich für ein direktes Investment entscheiden. Aber auch beim indirekten Investment über offene bzw. geschlossene Immobilienfonds, manchmal auch im Zuge sogenannter Immobilien-Aktien, können die meisten Vorteile in Anspruch genommen werden. Die Sachwertanlage in Immobilien kann insbesondere durch die folgenden Vorteile überzeugen:

  • Inflationsschutz
  • Stabile Wertentwicklung
  • Durchschnittlich gute Rendite
  • Unabhängig von Entwicklung an den Börsen
  • Tendenziell weiter steigende Immobilienpreise (Stand Ende 2018)

Das Investment in Immobilien ist aktuell auch deshalb für eine zunehmende Anzahl von Anlegern sehr interessant, weil es einerseits eine renditestarke Alternative zu klassischen Bankprodukten wie Festgeld oder Spareinlagen darstellt. Zum anderen sind die Immobilienpreise, vor allem in den Großstädten, zwar in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen. Allerdings gehen die meisten Experten dennoch von weiteren Preissteigerungen aus, was natürlich für ein Immobilien-Investment immer positiv ist, wenn das erworbene Objekt oder die Gewerbeimmobilie, in welche ein Fonds investiert hat, im Wert steigt.

Immobilie kaufen oder indirekt investieren?

Für nicht wenige Anleger stellt sich zu Beginn die Frage, ob sie tatsächlich eine Immobilie erwerben und diese vielleicht anschließend vermieten oder sich für ein indirektes Investment entscheiden. Viel hängt sicherlich davon ab, wie viel Zeit Sie bereit sind, in die Anlage zu investieren. Wer eine Immobilie erwirbt und anschließend vermietet oder vielleicht nach einer Sanierung gewinnbringend veräußern möchte, der muss natürlich deutlich mehr Zeit aufwenden als ein Anleger, der indirekt über offene oder geschlossene Fonds in Immobilien investiert.

Zudem spielt auch der Faktor Geld eine große Rolle, denn bei direkter Anlage in eine Immobilie wird erheblich mehr Kapital benötigt als bei den indirekten Wegen. Ein weiteres Entscheidungskriterium ist häufig das Risiko, denn beim Kauf einzelner Immobilien gibt es stets mehr und größere Risiken, als wenn Sie diversifiziert über geschlossene und vor allem offene Immobilienfonds in die Sachwertanlage Immobilie investieren. Letztendlich ist es daher eine sehr individuelle Entscheidung, die von mehreren Faktoren abhängig ist, in welcher Form Sie von Immobilien als derzeit attraktive Kapitalanlage profitieren möchten.

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